Warum Subway in New York City so erfolgreich ist

Einfache Antwort: Weil jeder damit fährt. (Umad?) Die U-Bahn ist das billigste Verkehrsmittel, wenn man nicht mit dem Fahrrad quer durch die Stadt eiern möchte.

Es gibt zwar kaum Anzeigetafeln, aber tagsüber kommt eigentlich immer alle paar Minuten einer dieser silbernen Todeswürmer angerauscht. Selbst bei meiner schrottigen Anbindung kommen relativ viele G-Trains (besonders viele Hip-Hopper habe ich darin zwar nicht gesehen. Aber immerhin passt der Ort.)

Und falsche Ausgänge und Richtungen habe ich auch nur am Anfang in den U-Bahn-Stationen genommen. Natürlich bevor ich das Unendlichfahrticket hatte. Und so manchen Irrweg einzeln bezahlt habe.

Mein Freund Gibbi hat seine Faszination für die New Yorker U-Bahn neulich so ausdrückt: „Wie alle einen nicht angucken“. Dieser Satz ist nicht nur irgendwie toll, sondern er stimmt auch. Nirgendwo sonst sind die New Yorker so damit beschäftigt, wegzublicken. Die meisten schauen auf ihr Handy, lesen ein Buch oder auf dem iPad oder Kindle. Das Amazon-Gerät scheint zumindest in NYC viele Kunden angesprochen zu haben. Einen ganz besonderen Charme versprühen die Fahrer der U-Bahnen. Die zu verstehen ist nämlich vollkommen unmöglich. Es sei denn, man ist ein richtiger New Yorker (zweites Video anklicken).

Der Reserviertheit zum Trotz: In der U-Bahn können einem tolle Sachen passieren. Das hier zum Beispiel:

direkt dooodooodudududu

Oder das:

direkt sich mit Sox-Mütze über Ukulele-Rap freuen

Ich habe leider bisher nur Verrückte getroffen, die irgendwas gebrüllt haben (Weltuntergang, Gott, Geld) oder Kids, die Süßigkeiten zu marktunüblichen Preisen verticken wollten. Und natürlich ihn hier:

Dieser Zwei-Meter Mann hat sich tatsächlich die ganze Zeit Comic-Sans-Überschriften auf seinem Ipad angeschaut. Und alle so: WTF

Dieser Zwei-Meter Mann hat sich tatsächlich die ganze Zeit Comic-Sans-Überschriften auf seinem Ipad angeschaut. Und alle so: WTF

Meinen persönlichen Woooah-Moment hatte ich aber, als ich mit Square 1 von Paule auf den Ohren durchs Gegänge gebounced bin und ein Trommler abersowasvongenauimtakt dazu auf seine Bongos geschlagen hat. Der hat sich gewundert, als ich ihm auf dafür drei Dollar in seine Mütze geschmissen habe.

Der hatte es aber mehr als verdient: Aber vielleicht bin ich anfangs etwas nachsichtig mit meinen Dollarscheinen gewesen. So etwa 18 Dollar habe ich in den ersten drei Tagen einzeln unter die Leute gebracht. Die 1$-Scheine trage ich nämlich lose in der Tasche – und entweder bin ich wirklich vielen Bedürftigen begegnet, oder ihre Geschichten haben gerade einfach gut zu meiner Gutgläubigkeit gepasst. Die tollen Momente sind eher entstanden, wenn ich wirklich von mir aus was gegeben habe: Erst durch den sehr bärtigen, sehr zahn- sowie obdachlosen Mann ist mir aufgefallen, dass sich der King of Rock in meiner Levis-Tasche versteckt hat. Knallertyp.

Die Tasche hatte ich kurz vorher mit Hosen gefüllt. So cheap!

Die drei Jeans waren zwar bitter nötig, aber ich würde bestimmt auch ein gutes Konsumopfer abgeben, wenn ich genug Geld hätte. Aber wer kann es mir bei solchen Werbungen auch übel nehmen:

Wahnsinns-Whiskey-Werbung

Wahnsinns-Whiskey-Werbung

Und wie man sich alles leisten kann, weiß die U-Bahn auch: Mit Lotto.

Yeah, that kind of rich.

Yeah, that kind of rich.

Die Sandwichkette Subway ist übrigens auch erfolgreich in den USA: Bereits seit 2002 gibt es hier mehr belegte Läden als McDonalds-Filialen. Seit kurzem sogar weltweit. Nur in Deutschland läuft das Geschäft aber immer noch nicht so richtig. Ihr habt aber auch blödes Brot, Ätsch.

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